Kupferpaste: was, wann, wo & wieviel?

Caramba 691301 Kupferpaste, 100 g

Die Technik kenn heute für nahezu jedes Problem die passende Lösung. Viele dieser Lösungen in Form von Maschinen, Werkzeugen, oder sonstigen Hilfsmitteln, sind mittlerweile so weit verbreitet und so etabliert, dass sie es selbst in den Bereich der Heim- und Hobbyhandwerker geschafft haben. Ein solches Hilfsmittel ist die Kupferpaste. Obwohl sie zunächst unscheinbar daherkommt, ist sie für verschiedene Aufgaben zum unerlässlichen Hilfsmittel geworden und auch aus zahlreichen Hobbywerkstätten nicht mehr weg zu denken.

Was ist Kupferpaste?

Doch was ist Kupferpaste überhaupt? Landläufig wegen ihrer Farbe meist Kupferpaste genannt, ist die technische Bezeichnung „Heißschrauben-Compound“ nicht minder verwirrend. Am ehesten trifft der ebenfalls verbreitete Name Schrauben- und Montagepaste noch eine verständliche Aussage über die Verwendung dieses Hilfsmittels.

Caramba 691301 Kupferpaste, 100 g
  • Sorgt für hochwirksame Schutz- und Gleitschichten an Teilen, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind
  • Vermeidet Festbrennen
  • Haft- und Abriebfest
  • Erleichtert den Ein- und Ausbau

Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei Kupferpaste um winzige Kupferpartikel, die in Verbindung mit einem Trägermaterial als Paste eingesetzt werden können. Übliche Trägermittel sind Silikonfette, oder auch PTFE. PTFE ist vielen Menschen unter dem Namen des bekanntesten Produkts aus diesem Material bekannt: Teflon.

Die Anwendungsgebiete von Kupferpaste

Häufig wird Kupferpaste als Gleit- und Schmiermittel, sowie als Korrosionsschutz für stark beanspruchte Teile angepriesen. Dem eigentlichen Sinne nach handelt es sich allerdings viel mehr um ein Trennmittel, welches so „nebenbei“ auch schmierende und schützende Eigenschaften mit sich bringt. Auf Grund der verwendeten Komponenten ist Kupferpaste hochtemperaturbeständig und verhält sich neutral und widerstandsfähig gegen aggressive chemische Umgebungen.

Daher wird Kupferpaste vor allem überall dort eingesetzt, wo Schrauben oder andere Teile extremen Temperaturbedingungen, sowie chemisch aggressiven Stoffen ausgesetzt sind. Ein ideales Beispiel für den Einsatz von Kupferpaste ist die Verbindungsstelle der einzelnen Teile eines Kfz-Auspuffs.

Kupferpaste am Auspuff
Kupferpaste an den Auspuff!

Sowohl die Auspuffteile, als auch die Schrauben werden durch die hohen Abgastemperaturen extremen thermischen Belastungen ausgesetzt. Darüber hinaus können sich aus den im Abgas enthaltenen Schadstoffen in Verbindung mit Kondensat extrem aggressive Lösungen ergeben, die die Bauteile zusätzlich beanspruchen.

Die Einwirkung von Hitze und chemischen Belastungen führt bei den verwendeten Metallen über kurz oder lang zu Veränderungen der Oberfläche bis hin zu deutlich erkennbarer Korrosion. Als Folge lassen sich Schrauben auf Dauer nicht mehr lösen und selbst die Flansche der Auspuffteile können regelrecht „zusammenbacken„.

Das Ergebnis sind nicht selten gebrochene Schrauben, die aufwändig ausgebohrt werden müssen, oder auch Bauteile, die beim Versuch, sie zu lösen, abbrechen, verbiegen, oder anderweitig in Mitleidenschaft gezogen werden.

Abhilfe schafft hier die bekannte Kupferpaste.

Auf alle Kontaktflächen aufgetragen, lassen sich die Bauteile auch nach extremsten Beanspruchungen und langer Zeit noch gut voneinander lösen. Ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Chemie sorgt dafür, dass sie dauerhaft am Einsatzort verbleibt und auch durch die auf sie wirkenden Einflüsse nicht zerstört oder verändert wird.

Der Auftrag von Kupferpaste

Entgegen anderer Gleit- und Schmiermittel, sollte Kupferpaste nicht dünn und zurückhaltend angewendet werden, sondern satt und vollflächig aufgetragen werden. Denn erst dann, wenn alle relevanten Kontaktflächen vollständig von der Kupferpaste eingehüllt werden, kann die trennende Wirkung eintreten. Bleiben andererseits einzelne Stellen nicht, oder nur kaum bedeckt, können die betroffenen Teile genau hier festsitzen und im Ergebnis zu den zu vermeidenden, unlösbaren Verbindungen führen.

Gerade bei Verschraubungen sollte die Paste nicht spärlich auf das Gewinde aufgetragen werden.

Stattdessen ist das Gewindeloch bis zum Grund des Lochs mit Kupferpaste zu füllen, so dass auch dort keine Feuchtigkeit oder Ähnliches verbleiben und seine schädliche Wirkung entwickeln kann.

Hier ist Kupferpaste fehl am Platz!

So hilfreich und nützlich Kupferpaste in vielen schwierigen Situationen ist, so gilt es dennoch, bei der Anwendung Vorsicht walten zu lassen. Gerade im Heimwerker- und Hobbybereich wird sie wohl sehr häufig im Bereich von Motoren oder Abgasleitungen verwendet werden. Genau hier gibt es aber gewisse Voraussetzungen, unter denen der Einsatz der Kupferpaste unbedingt vermieden werden sollte.

Besonders kritisch ist die Verwendung von Kupferpaste bei den immer mehr Verwendung findenden Bauteilen aus Aluminium.

Das Aluminium reagiert mit dem Kupfer aus der Paste. Verwende dort lieber Aluminiumpaste.

Selbst Motorblöcke kleinerer Werkzeuge werden heute oft aus dem besonders leichten und widerstandsfähigen Metall erstellt. In Verbindung mit dem Kupfer der Paste dagegen neigt Aluminium schnell zu so genannter Kontakt- oder auch galvanischer Korrosion. Hintergrund sind die zwischen unterschiedlich edlen Metallen auftretenden Spannungen und nachfolgend Veränderungen in der Metallstruktur.

Ebenso ungeeignet ist Kupferpaste, sowie die meisten, der später noch genannten Alternativen auch, für die Schmierung von Wälzlagern. Die in den Pasten beinhalteten Feststoffpartikel zerstören die Abrollflächen der Lager innerhalb kurzer Zeit und führen so zu deren Versagen.

Alternativen zu Kupferpaste

Kupferpaste ist weit verbreitet und auch bekannter, als ihre Konkurrenzprodukte. Für die Fälle, in denen sie aus verschiedenen Gründen ausscheidet, sind heute dennoch verschiedene sinnvolle Alternativen auf dem Markt zu haben.

Aber auch wenn andere Hochtemperatur-Trennpasten ohne Kupfer als „Wirkstoff“ auskommen, sind auch die folgenden Alternativen immer nur dann einsetzbar, wenn nicht die generelle Beschaffenheit aus Partikel und Trägermittel das eigentliche Problem darstellt. Denn ganz gleich, welcher Art die Partikel sind, sind sie im bereits beschriebenen Problemfall der Wälzlager immer der kritische und daher zu vermeidende Faktor.

Aluminiumpaste

Aluminiumpaste entspricht im Aufbau der bekannten Kupferpaste. Lediglich die namensgebenden Kupferpartikel werden hier durch das Material Aluminium ersetzt. Auf Grund der Verwendung dieses unedleren Metalls wird auch die Dauerhaftigkeit und die generelle Leistungsfähigkeit der Aluminiumpaste im Vergleich zum Kupfer etwas geringer eingeschätzt. Allerdings kann sie überall dort eingesetzt werden, wo Kupfer aus Grund der zu erwartenden Kontaktkorrosion ausscheidet.

Keramikpaste

Eine weitere Alternative ist die Substitution der Kupferpartikel durch Keramik. Rein optisch unterscheidet sich Keramikpaste zunächst vor allem durch die weiße Farbe. Technisch dagegen steht sie der Kupferpaste nicht nach. Allerdings neigt Keramikpaste auf Dauer dazu, unter Hitzeeinwirkung hart zu werden. Als Folge wird die Gleitwirkung reduziert, so dass über Kurz oder Lang eine Nacharbeit erforderlich wird.

Angebot
Liqui Moly 3418 Keramik-Paste, 50 g
  • Verhindert Festbrennen und Kaltverschweißen
  • Vermeidet Ruckgleiten (Stick Slip) auch bei hohen Flächenpressungen
  • Neutral gegenüber allen bekannten Dichtungsmaterialien
  • Sehr hohe Druckaufnahmefähigkeit
  • Lieferumfang: Liqui Moly 3418 Keramik-Paste

Sonstige Hochtemperaturpasten

Weitere Alternativen sind Graphitpasten, oder auch andere Hochtemperaturschmiermittel, wie Plastilube. Der Vorteil von Plastilube liegt in einer hohen Dauerhaftigkeit, wobei verschiedene Eigenschaften im Vergleich zu den bereits genannten Gleitmitteln geringer ausgeprägt sein können. Auf Grund der Vielzahl unterschiedlicher Produkte am Markt empfiehlt es sich immer, vor dem Kauf das konkrete Produkt hinsichtlich der angedachten Verwendung zu prüfen.

ATE 03990210022 Universalschmierstoff Plastilube
  • ATE 700015 Plastilube Universal-Schmiermittel, 75 ml
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Fazit – das richtige Trennmittel für heikle Situationen

Kupferpaste ist und bleibt das ideale Gleit- und Trennmittel für kritische Anwendungen. Überall dort, wo Hitze und chemisch aggressive Flüssigkeiten oder Gase zu erwarten sind, lässt sich mit Kupferpaste dauerhaft und effektiv schmieren und trennen. Für alle Fälle, in denen Kupfer auf Grund seiner materiellen Eigenschaften ausscheidet, gibt es heute aber auch passende Alternativen in vielfacher Ausführung. Festgebackene, oder zusammengerostete Teile wegen fehlender Möglichkeiten gehören daher seit langem der Vergangenheit an.