Schraubenzieher magnetisieren – wie und warum?

Magnetische Schrauben
Magnetische Schrauben

Gerade bei der Arbeit an schwer zugänglichen Stellen, über Kopf oder auch nur mit besonders kleinen Schrauben ist es immer wieder ein Ärgernis. Die angesetzten Schrauben rutschen vom Schraubenzieher ab und verschwinden im Nirgendwo. Damit genau das nicht passiert, halten magnetische Schraubenzieher die Schrauben so lange in Position, bis sie eingedreht sind und von sich aus Halt im Gewinde haben. Aber auch normale Schraubendreher lassen sich recht einfach selbst magnetisieren, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Die Voraussetzungen

Damit das Vorhaben gelingt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Das betrifft sowohl den eigentlichen Schraubendreher, als auch die nötigen Hilfsmittel.

Der Schraubenzieher

Damit das Magnetisieren überhaupt funktionieren kann, muss das Material des Schraubenziehers magnetisch sein. Zunächst wirst Du Dir sicher sagen, dass das doch ohnehin immer der Fall ist. In der Tat sind die meisten dieser Werkzeuge aus Eisen, oder viel mehr seiner gehärteten Form – dem Stahl, hergestellt. Allerdings gibt es immer wieder Sonderformen des Schraubendrehers, die eben gerade nicht aus Eisen hergestellt wurden und somit auch nicht magnetisierbar sind:

  • Aluminium: häufig bei hohen Ansprüchen an niedriges Werkzeuggewicht eingesetzt
  • Messing: vor allem bei funkenfreien Werkzeugen in explosionsgeschützten Bereichen
  • Hochveredelte nicht rostende Stähle: für spezielle Einsatzbereiche mit stark nutzungsspezifischen Anforderungen möglich, allerdings sehr selten

Um zu testen, ob das vorliegende Werkzeug diese Grundvoraussetzung erfüllt, kannst Du einfach einen Magneten daranhalten. Wird der Schraubendreher angezogen, lässt er sich auch gezielt magnetisieren.

Der Magnet

Die zweite Voraussetzung für das Magnetisieren des Schraubendrehers ist natürlich das Hilfsmittel – also der Magnet. Grundsätzlich eignet sich hierfür jeder normale Permanentmagnet unabhängig von seiner Form. Ein Hufeisenmagnet ist also genau so geeignet, wie ein Stabmagnet oder sonstige Ausformungen. Wichtig ist dabei lediglich eine ausreichende Magnetisierung, um das gewünschte Werkzeug auch tatsächlich in erforderlichem Maße zu beeinflussen. Eine gute Wahl sind dabei Neodym-Magnete.

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Diese Permanentmagneten sind auch einer Legierung von Neodym, Eisen und Bor erstellt und weisen eine in Relation zur Größe erstaunliche Magnetkraft auf. Sie finden sich beispielsweise in zahlreichen Anwendungen rund um Möbel, Haushalt und Werkstatt und sind auch einzeln in zahlreichen Größen und Formen erhältlich.

An dieser Stelle sei gesagt, dass es erst einmal keine feste Regel gibt, wie groß ein Magnet sein muss, um einen Schraubendreher zu magnetisieren. Das hängt sowohl von der Größe des Werkzeugs, als auch von der gewünschten Magnetisierungsstärke und der Leistungsfähigkeit des Magneten ab. Als Anhaltspunkt gilt aber: Die Anziehungskraft des Magneten auf das Werkzeug sollte etwas höher sein, als die später erwünschte Haltekraft des magnetisierten Werkzeugs.

Die Haltbarkeit

Die Ursache dieses „Richtwerts“ liegt in der Haltbarkeit einer solchen Magnetisierung. In Abhängigkeit von Stärke der Magnetisierung, Legierung des Werkzeugstahls und Werkzeuggröße lässt die Intensität der Magnetisierung mehr oder weniger schnell nach und verschwindet zuletzt ganz. Eine dauerhafte Magnetisierung ist dagegen nicht möglich.

Wird nun zu schwach magnetisiert, schwindet der gewünschte Effekt zu rasch und muss erneuert werden. Daher sollte die Ausgangsleistung des Magnets immer etwas über dem angestrebten Endergebnis liegen.

Das Vorgehen Schritt für Schritt

Das eigentliche Magnetisieren erfolgt nun recht simpel:

  1. Magnet längs entlang des Werkzeugs führen
  2. Vorgang in selber Richtung mehrfach widerholen, bis gewünschte Magnetisierungsstärke erreicht ist
  3. WICHTIG: auf immer selbe Ausrichtung von Magnet und Werkzeug zueinander achten, ansonsten Aufhebung der Magnetisierung
  4. Magnet langsam und Gleichmäßig führen, so dass sich Teilchen im Eisen nach Magnetverlauf ausrichten können
  5. Fertig.
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Spezielle Hilfsmittel

Wer sich das Magnetisieren noch einfacher machen möchte, kann auf spezielle Magnetisierungswerkzeuge, wie etwa den Wera Magnetstern, zurückgreifen. Letztlich handelt es sich dabei um nichts anderes als einen Magneten. Allerdings ist die Magnetstärke bereits ab Werk auf den gewünschten Einsatz abgestimmt, so dass die Magnetisierung auf jeden Fall funktioniert. Außerdem hilft die Ummantelung des Sterns über Markierungen, das Werkzeug richtig anzusetzen und zu führen.

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  • Zum Magnetisieren und Entmagnetisieren von Werkzeugspitzen
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Häufige Fehler

Nun sollte man nach diesen Informationen annehmen, dass das Magnetisieren eigentlich fast nichts schief gehen kann. Allerdings gibt es immer wieder Dinge, die dennoch beim Magnetisieren oder bei der späteren Anwendung des so vorbereiteten Werkzeugs falsch gemacht werden.
Bei der Magnetisierung:

  • Magnet wird nicht gleichförmig bewegt: kein zufriedenstellendes Magnetisierungsergebnis
  • Zu schwacher Magnet: Magnetisierung zu schwach
  • Falsches Werkzeug: kein ferromagnetisches Werkzeugmaterial, daher kein Magnetisierungserfolg

Bei der Arbeit mit magnetisiertem Werkzeug:

  • Arbeiten an magnetischen Bauteilen: Magnetisierung wird aufgelöst
  • Arbeit an elektronischen Geräten oder Bauteilen: Störung bzw. Beschädigung von Datenspeichern etc. durch magnetisches Werkzeug
  • Verwendung von falschen (nicht-Fe-metallenen) Schrauben: keine Anhaftung der Schrauben am Schraubendreher