Deine Werkzeugwand:

Wie du mit einer Werkzeugwand für Ordnung sorgst
Wie du mit einer Werkzeugwand für Ordnung sorgst

Mit Tatendrang reißt du die Tür zu deiner Werkstatt auf.

Heute packst du es an, bis zum Abend hängt das Regal an der Wand! Endlich hört die Nörgelei auf und deine Familie ist vor Staunen sprachlos.

Eigentlich ist alles halb so wild. Vier Löcher bohren und ein bisschen schleifen.

Ach ja, zuvor musst du noch an die Säge.

Oh, die ist voller Werkzeug! Wo ist überhaupt das Maßband? Und die Handschleifmaschine? Die lag doch vor wenigen Tagen noch …

Kommt dir das bekannt vor? Dann geht es dir wie vielen Hobbyhandwerkern und du weißt, was jetzt passiert.

Die Motivation schleicht sich davon. Was bleibt, sind ein unfertiges Regal, jede Menge Durcheinander und du, der erst einmal Aufräumen und Platz schaffen muss. Wie soll da Spaß bei der Arbeit aufkommen?

Du musst unbedingt etwas ändern!

Du könntest Dir verschieden große Kästen aus Plastik kaufen oder einen Werkzeugwagen und dein Werkzeug vorsortieren. Für die Kästen bräuchtest du allerdings ein Regal oder einen Schrank. Beides geht zu Lasten der Raumgröße.

Und wirklich schnell findest du beispielsweise den passenden Maulschlüssel auch nicht. Du musst die richtige Größe erst unter vielen anderen heraussuchen.

Wie kannst du also deine Werkzeuge aufbewahren, dass sie keinen zusätzlichen Platz im Raum einnehmen und dennoch übersichtlich und griffbereit aufgeräumt sind?

Am leichtesten geht das mit einer Werkzeugwand.

Eine professionelle Werkzeugwand ist nicht nur den Handwerker- und Mechaniker-Profis vorbehalten.

An einer Werkzeugwand sind deine Werkzeuge und Elektro-Handgeräte an Haken oder Befestigungshaltern übersichtlich und griffbereit aufgeräumt. Selbst Kleinteile wie Schrauben, Muttern oder Nägel kannst du in Sichtlagerkästen an der Werkzeugwand gut sortiert aufbewahren.

Die Vorteile einer Werkzeugwand, die bereits zahlreiche Käufer überzeugt haben:

Die Werkzeugwand:

  • ist eine kostengünstige und wertbeständige Anschaffung,
  • kann nach eigenen Wünschen gestaltet und immer wieder verändert werden,
  • ist in unterschiedlichen Größen erhältlich und ähnlich dem Baukastenprinzip erweiterbar,
  • nimmt keinen Platz im Raum weg,
  • wird direkt über der Werkbank, der Arbeitsplatte oder an einer Wand in Reichweite angebracht,
  • lässt sich an eine massive Wand ohne erheblichen Aufwand anschrauben.

Unter welchen Gegebenheiten ist eine Werkzeugwand von Nachteil?

  • Die Werkzeugwand ist nicht für die Befestigung an einer Trockenbau-Wand (GKB) vorgesehen. Die Gips-Bauplatte könnte eventuell dem Gewicht der bestückten Werkzeugwand nicht standhalten.
  • Die Werkzeugwand erspart nicht den Werkzeugkoffer für mobile Einsätze.
  • Werkzeuge, Kleinteile sowie Geräte sind in Werkstätten, wo viel gesägt oder geschliffen wird, und keine Absaugung vorhanden ist, nicht vor Staub geschützt.

Tipp:
Überwiegen die Nachteile, lohnt der Gedanke an den Kauf einer Werkzeugkiste oder eines Werkstattwagens.

In Beiden ist dein Werkzeug staubgeschützt aufgeräumt, schnell zur Hand und du kannst es beliebig von A nach B transportieren. Die meisten Modelle sind sogar abschließbar, was auf Außenbaustellen Schutz vor Diebstahl von Kleinmaterial, Werkzeug und Elektrogeräten bietet.

Beachte aber, dass der Kauf eines genügend großen und stabilen Werkzeugwagens/-Kiste gegenüber einer Werkzeugwand kostenintensiver ist.

Aus diesen Werkzeugwand-Systemen kannst du wählen:

Ein Werkzeugwand-System setzt sich im Allgemeinen aus einer oder mehreren Loch- bzw. Schlitzplatten und diversen Halterungen für Werkzeuge sowie Kleinmaterial-Boxen zusammen. Durch ein symmetrisch angeordnetes Loch-/Schlitz-Raster können Werkzeughalter flexibel eingesetzt und dem Platzbedarf der einzelnen Werkzeuge angepasst werden.

Während bei einer Schlitzplatte lediglich waagerechte Schlitze zur Aufnahme der Werkzeughalter dienen, unterscheiden sich die Werkzeuglochwände in:

  1. Einheitlich runde oder quadratische Löcher:
    Als Werkzeugträger werden Haken zum Einhängen in die Lochplatte genutzt.
  2. Rund- und Schlüssellöcher in Kombination:
    Lochplatten mit zusätzlichen Schlüssellöchern eignen sich zur Verwendung verschiedener Halterungelemente. Weiterhin erlaubt die Schlüsselloch-Form das Anbringen von Werkzeughaltern, die mit Schrauben in die Lochwand eingehängt und über eine Mutter festgeschraubt werden. So bist du nicht nur auf Produkte aus dem Handel angewiesen und kannst Halterungen für spezielles Werkzeug selbst herstellen.

Sind die Lochabstände einer Werkzeugwand genormt?

Viele Hersteller nutzen das Verfahren der Eurolochung, die den Lochabstand wie folgt festlegt:

Rundlöcher:15 und 30 mm,
Schlüssellöcher:45 mm.

Sämtliches Zubehör ist auf die Eurolochung abgestimmt und mit allen Euro-Lochplatten kompatibel.

Leider hält sich nicht jeder Anbieter an die Eurolochung!
So liegen bei „Küppler“ und „Kreher“ (hier modellabhängig) sowie bei etlichen „No-Name-Produkten“ die Maße der Lochabstände für Rundlöcher bei: 12,5 und 25 mm.
Das beeinflusst logischerweise ebenso die Abstände der Schlüssellöcher, wenn vorhanden.

Der Nachteil einer Werkzeugwand ohne Eurolochung besteht darin, dass du auf Hakensortimente, Werkzeughalter und Sichtlagerkästen des Herstellers und seine Preisvorgaben angewiesen bist.

Tipp:
Wenn einige Hersteller mit dem Begriff „Eurolochung“ in der Produktbeschreibung werben, muss es dem nicht entsprechen. Fehlt die korrekte Maßangabe, frage besser vor dem Kauf nach oder entscheide dich für eine andere Werkzeugwand.

Eine Werkzeugwand aus Metall oder Kunststoff – die Vor- und Nachteile

Sowohl für die Werkzeugwand als auch für das Zubehör werden angeboten:

  1. Polypropylen (PP)
    Dieser Kunststoff ist UV- und hitzebeständig, frostsicher sowie resistent gegen Lösungsmittel und Öle. Zudem soll er in einem gewissen Maße schlag- und stoßfest sein. Dennoch ist Polypropylen nicht extrem belastungsfähig. Insbesondere durch klobige und schwere Werkzeuge könnten die Werkzeughalter abbrechen oder Brüche an der Lochwand entstehen.
  2. Stahlblech
    Um es vor Verkratzen, Verbeulen, Rissen und Rostansatz zu schützen, wird pulverbeschichtetes Stahlblech verwendet. Die Werkzeugwände, Haken sowie Halter sind sehr robust und langlebig. Dafür sind die Wände schwerer als die aus Kunststoff.

Wie wird eine Werkzeugwand montiert?

Das Befestigungsmaterial, mindestens 4 Schrauben und Dübel, ist oftmals im Lieferumfang enthalten.
Suche zunächst den passendsten Platz für die Werkzeugwand aus. Rechne gegebenenfalls links und rechts genügend Fläche für Erweiterungsmodule zu.

Um die Werkzeugwand zu montieren, hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Die direkte Wandmontage:
    Hier ist eine zweite Person zur Unterstützung hilfreich. Zuerst richtet ihr die Werkzeugwand an der Wand aus und bringt die Markierungen für die Bohrlöcher an. Während du die Löcher bohrst und die Dübel hineinsteckst, kann die Lochwand abgestellt werden. Danach wird sie über den Löchern positioniert und festgeschraubt.
  2. Die Befestigung über eine Wandschiene:
    Die Wandschiene schraubst du horizontal an die Wand und hängst die Werkzeugwand über der Schiene ein.
    Verwendest du eine ausreichend lange Wandschiene, kannst du deine Werkzeugwand jederzeit nach links oder rechts verschieben.

Die Variationsvielfalt einer Werkzeugwand liegt in diversen Haken und Aufnahmen für Werkzeuge.

Haken und Werkzeughalter sind beispielsweise:

1. Haken zum Einhängen in Rundlöcher

Lochwandhaken – kurz:
  • für Werkzeuge mit einer Öse oder Öffnung im Griff.
Lochwandhaken – lang:
  • mit oder ohne abschließende Biegung für größere Werkzeuge und Klebebandrollen,
  • mehrere Haken in Kombination ermöglichen das Auflegen kleinformatiger Elektro-Handgeräte.
Doppelhaken:
  • praktisch für Hammer, Zangen, Scheren oder Schraubzwingen.
Umschließende Haken:
  • mit und ohne Klemmfunktion für Feilen, Schraubendreher, Pinsel oder Cuttermesser.


2. Werkzeughalter

Sägen:

Schrauben- und Maulschlüssel:
  • die Haltevorrichtung nimmt einen gesamten Schlüsselsatz waagerecht auf.
Schraubendreher:
  • in die Leiste mit Bohrungen können Schraubenzieher und andere schmale Werkzeuge mit Schaft eingesteckt werden.
Bohrer:
  • ähnlich wie der Schraubendreher-Halter, jedoch sind die Bohrungen nicht durchgängig,
  • für Bohrer, Bits, Körner oder Stifte.
Zangen:
  • die Zangen werden über den Griff eingehängt.
  • meist für 3 bis 4 Sägen, die mit dem Sägeblatt nach unten eingelegt werden.

3. Magnet-Leiste:

  • für Werkzeuge, die über Metallsegmente verfügen.

4. Sichtlagerkästen und Ablageschalen:

  • für Kleinwerkzeuge sowie sämtliche Kleinteile wie Dübel, Schrauben, Muttern, oder Unterlegscheiben,
  • die Kästen sind an der Vorderseite beschriftbar.

Tipp:
Die meisten Anbieter verkaufen die Loch- und Schlitzplatten separat oder als Komplett-Set zum Vorteilspreis mit Werkzeughaltern und Haken.

Wo kannst du eine Werkzeugwand kaufen und gibt es empfehlungswürdige Hersteller?

Werkzeugwände werden über den Fachhandel, in Baumärkten, Discountern und im Onlinehandel wie zum Beispiel bei Amazon angeboten.

Nach dortigen Kunden-Bewertungen sind Werkzeugwände (ohne Beachtung der Eurolochung) und Halterungs-Zubehör folgender Hersteller positiv aufgefallen:

Werkzeugwände aus Metall:

Ondis 24

  • Lochplatten in Grau,
  • Werkzeughalter in Schwarz und Rot,
  • mit und ohne Werkbank oder Werkzeugschrank.

Alutec

  • Schlitz- und Lochplatten in Hellgrau,
  • Werkzeughalter sowie Sichtlagerkästen farblich sortiert in Orange, Rot, Blau und Gelb.

Element System

  • Lochplatten in Weiß,
  • Werkzeughalter in Weiß, Haken teilweise in Schwarz.

Kreher

  • Schlitz- und Lochplatten in Hell- sowie Dunkelgrau,
  • Werkzeughalter in Rot und Orange.

Küpper

  • Lochplatten in Grau,
  • Werkzeughalter in Schwarz, Grau und Rot.

Werkzeugwände aus Kunststoff (PP):

ArtPlast

  • Lochplatten in Schwarz,
  • Haken, Werkzeughalter und Ablageschalen in Gelb.

Prosperplast (Terra-Lagersysteme)

  • Schlitz- und Lochplatten mit Vierecklochung in Schwarz,
  • Werkzeughalter sowie Sichtlagerkästen in Orange.

Auf diese Fragen kommt es beim Kauf einer Werkzeugwand an:

  1. Kunststoff oder Stahlblech?
    Eine Lochwand aus Kunststoff ist billiger, dafür nicht uneingeschränkt verschleißfest. Stahlblech verspricht Wertbeständigkeit, für die du mehr investieren musst.
  2. Verfügt die Lochplatte über eine Eurolochung?
    Die Eurolochung garantiert, dass du Zubehör sonstiger Hersteller, die ebenfalls diese Lochabstände anwenden, kaufen und von deren Sonderangeboten mit Preisvorteil profitieren kannst.
  3. Wie stark ist das Material?
    Gleich, ob Kunststoff oder Stahlblech, die Materialstärke ist für die Gewichts-Belastung ausschlaggebend. Eine zu dünne Platte kann sich verziehen und reißen, was wiederum zu Schäden am Werkzeug führt.
  4. Kann die Werkzeugwand problemlos erweitert werden?
    Lässt sich die Werkzeugwand durch Module und Werkzeughalter erweitern, bist du nicht gezwungen, das System zu wechseln, wenn der Platz für Werkzeuge nicht mehr ausreicht.
  5. Wie viele Befestigungsartikel sollte ein Set enthalten?
    Herstellerabhängig gibt es Sets von unter 20, aber auch gut sortierte Garnituren mit 40 und mehr Teilen.
  6. Ist das Zubehör einzeln erhältlich?
    Werden Haken, Werkzeughalter sowie Aufbewahrungsboxen zum Einzelkauf angeboten, kannst du deine Werkzeugwand optimal bestücken und zahlst nur für das, was du wirklich benötigst.
  7. Das Angebot an Werkzeugwänden ist umfangreich und verschiedenartig.
    Lass dir Zeit bei der Auswahl. Entscheide dich am Ende für das Modell, was deine Ansprüche erfüllt und zum finanziellen Budget passt.

Die Werkzeugwand DIY – Do it yourself! Ist genau das dein Ding?

Für noch größere Vielseitigkeit kannst du mit den richtigen Elektrowerkzeugen eine Werkzeugwand selbst bauen, und durch geringe Materialkosten Geld sparen.

Die meist gewählte Heimwerker-Variante bildet eine Holztafel, die mit Haken aus Kunststoff oder Metall versehen wird.

Eine Alternative bietet das „French Cleat Storage System„, was in etwa „französisches doppelarmiges Verstauungssystem“ bedeutet. Cleat heißt übersetzt Klampe und ist ein doppelseitiger Haken, der in der Seefahrt zum Befestigen von Tauen dient.

Zum Selbstbau einer Werkzeugwand klingt das zugegeben weit hergeholt, lässt sich aber vereinfacht so erklären:

  1. Der Größe der Holzplatte entsprechend, schneidest du Holzleisten mit einer 45 Grad-Gehrung zurecht.
  2. Die Werkzeughalter, die du aus Holz herstellst, müssen auf ihrer Rückseite genauso wie die Leisten um 45 Grad abgeschrägt sein.
  3. Die Leisten schraubst du horizontal, mit der Gehrung nach oben und zur Werkzeugwand zeigend, an. Die Abstände legst du nach der Größe deiner Werkzeughalter fest.
  4. Nun setzt du die Werkzeughalter (Gehrung auf Gehrung) auf die Leisten auf, dass beide einen rechten Winkel bilden. So halten die Werkzeughalter, ohne dass du sie festschrauben musst.
    Der Vorteil: Du kannst die Anordnung deiner Werkzeuge bei Bedarf verändern, indem du die Werkzeughalter umsetzt.

Tipp:
Eine Unterkonstruktion zur Hinterlüftung der Werkzeugwand ist in Räumen mit Luft- und Mauerfeuchte sinnvoll.

Welches Holz ist für die Werkzeugwand im Eigenbau zweckmäßig?

Empfohlen wird die OSB-Verlegeplatte mit einer Stärke von 15 bis 18 mm. Auch Grobspanplatte genannt, überzeugt sie mit hervorragenden Verarbeitungseigenschaften und Materialstabilität.

OSB-Platten sind verbreitet beim Innenausbau zu finden und werden in vier Norm-Klassen angeboten:

OSB/1Nutzung im Trockenbereich, nicht für tragende Lasten ausgelegt!
OSB/2Nutzung im Trockenbereich und für tragende Lasten geeignet.
OSB/3 – die EmpfehlungNutzung in Feuchtbereichen, biegefest und für tragende Lasten geeignet.
OSB/4Nutzung in Feuchtbereichen, durch höheren Leimanteil um ein Drittel biegefester und somit hochbelastbar.

Alle Werkzeuge greifbar an der Werkzeugwand – so macht Heimwerken wieder Spaß!

Eine Werkzeugwand bietet je nach Größe einer Vielzahl an Werkzeugen und Kleinteilen Platz. Sie kann nach spezifischen Anforderungen ausgestattet werden und komplettiert jede Werkbank, den Heimwerkerschrank oder das Garagenregal.

Möchtest du dich nicht länger über allgemeine Unordnung und Chaos in deiner Werkstatt, Garage oder Hobbyraum ärgern, entscheide dich für eine Werkzeugwand. Ob im Lochplatten-System gekauft oder aus Holz eigenhändig gebaut, ist sie individuell erweiterbar und könnte das perfekte Ordnungsprinzip für dich sein.

Aufräumen musst du natürlich nach wie vor selbst;)